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Schwarzbuch AfD

Schwarzbuch AfD

Fakten, Figuren, Hintergründe

Material zur Veranstaltung vom 6. Juni 2018 in Wiesbaden mit Marcus Bensmann

Bensmann ist Teil des journalistischen Recherchezentrums Correctiv, das  noch vor der Bundestagswahl 2017 das „Schwarzbuch AfD“ herausgab. Bereits zu diesem Zeitpunkt schreibt Correctiv, die AfD habe sich „zu einer rechtsradikalen Sammlungsbewegung entwickelt, die keine Scheu vor dem Ausfransen in den Rechtsextremismus hat.“

Das Schwarzbuch solle deutlich machen, in welche Richtung sich das Land verändern werde, sollten AfD-Vertreter „tatsächlich einmal an die Regierung kommen und ihre kaum verhüllten rassistischen, antisemitischen und rechtsradikalen Vorstellungen in die Tat umsetzen.“

Ein Jahr später hat sich die AfD weiter nach rechts außen bewegt. Sie nutzt gezielt Ressentiments, um zu überdecken, dass sie von abenteuerlichsten und widersprüchlichsten wirtschafts- und sozialpolitischen Vorstellungen bestimmt ist. Über Fake-News und verschwörungsideologisch orientierte „Alternative Medien“ bedient sie ihre Unterstützer, die Kontakte in den klassischen Rechtsextremismus werden immer unverfrorener. Doch all das scheint ihre Wähler bis jetzt nicht abzuschrecken.

Bensmann ruft demokratische Parteien und zivilgesellschaftlich Aktive auf, entscheidende Problematiken wie soziale Teilhabe und funktionierende öffentlichen Strukturen endlich streitbar zu besetzen und auf diese Weise die offene Gesellschaft zu verteidigen.

Veranstaltungsberichte

> Vollständiges Transskript der Veranstaltung mit Marcus Bensmann vom 6. Juni 2018

Auszug:
„Schön, dass so viele gekommen sind. Mein Name ist Marcus Bensmann, ich bin Reporter des ersten gemeinnützigen Recherchezentrums in Deutschland. (…) Bevor ich anfange, wollte ich einfach mal fragen: Sitzen hier im Publikum hauptsächlich Menschen, die die AfD mit Sorge betrachten? Oder gibt es hier auch Männer oder Frauen, die schon mal überlegt haben, die AfD zu wählen oder die sie schon gewählt haben? (Ein am Rand stehender junger Mann, der während der Veranstaltung durch häufiges Reden mit seinem Nachbarn auffallen wird und der die Veranstaltung auch frühzeitig verlässt, hebt die Hand. Außerdem ein Zuruf aus dem Publikum: „Die Mitarbeiterin der Fraktionsgeschäftsstelle ist auch da.“). (…)

Aktuell hatten wir ja gerade wieder einen Aufreger, nämlich das Vogelschiss-Zitat von Herrn Gauland. Was ich interessant finde: Es hat dieser Partei nicht geschadet. Der Punkt scheint gar nicht so sehr zu sein, dass AfD-Politiker rechtsradikale, völkische Thesen von sich geben (…). Diese Partei entlarvt sich nicht durch diese Aussagen als rechtsradikal-völkisch – sie ist schlichtweg rechtsradikal-völkisch. Mehr…
> Vollständiges Transskript als PDF: Bensmann_Transskript_öff

 

Der Wiesbadener Kurier schreibt zur Veranstaltung:
> Marcus Bensmann stellt „Schwarzbuch AfD“ im Hilde-Müller-Haus vor
Die AfD im Parlament – ein Fakt, ebenso wie ihre völkisch-rechtsradikale Gesinnung, sagt Marcus Bensmann vom Recherchenetzwerk Correctiv. Der Journalist warnt aber davor zu verzweifeln, und er hat auch konkrete Vorschläge für den Umgang mit dieser Partei: Unter anderem rät er zur inhaltlichen Auseinandersetzung.

 

Links

Recherchen von Correctiv zum Antrag des AfD-Bundesvorstandes zum Parteiausschlussverfahren von Björn Höcke:
> Er passt besser in die NPD – Die AfD streitet über Rauswurf von Björn Höcke

Recherchen von Correctiv zur verdeckten Finanzierung von AfD-Kandidaten:
> Schweizer Plakatgeheimnis – Ein anonymer Spender hat AfD-Politikern Wahlplakate finanziert. Ist das eine illegale Parteispende?

und
> AfD-Meuthen und die Spende aus der Schweiz – Schweizer Firma zahlte auch für Wahlkampagne des AfD-Chefs. Verdacht auf illegale Parteispende

Videos

 

Zum Buch

Marcus Bensmann u.a.
Schwarzbuch AfD. Fakten. Figuren. Hintergründe.
Taschenbuch, 224 Seiten
Verlag: CORRECTIV
Preis: 10.- €
ISBN: 978-3981740035

 

Zur Person

Marcus Bensmann ist Reporter bei correctiv.org. Von 1994 bis 2014 arbeitete er in Zentralasien, den Kaukasus, Afghanistan, Iran und Irak für deutsche, Schweizer und japanische Medien, unter anderem für den WDR, die „Neue Zürcher Zeitung“, „Shukhan Post“ und die „Tageszeitung“. Er berichtete von vor Ort über Kriege, Geiselnahmen, und ethnischen Unruhen. Seine Themen in Zentralasien und dem Kaukasus waren Machtmissbrauch und Korruption, sowie die Zusammenarbeit der Bundesregierung und der EU mit den Despoten. In Usbekistan und Tadschikistan darf er nicht mehr als Journalist arbeiten. Für die Herrschenden in Taschkent gilt er als „Informationsterrorist“.