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Kultur im Visier der Rechtsradikalen

Kultur im Visier der Rechtsradikalen

Kultur im Visier der Rechtsradikalen – die offene Gesellschaft wehrt sich

Veranstaltung mit Kira Ayyadi am 17. Oktober 2019, 19:30 Uhr, im Foyer des Hessischen Staatstheaters

Sie wollen Konzerte verhindern, klagen gegen Theaterstücke, stören Inszenierungen und fordern Subventionskürzungen: AfD und „neue“ Rechte attackieren vermehrt deutsche Kunst- und Kultureinrichtungen, die ihr völkisch nationales Weltbild nicht teilen. Was sind ihre Strategien und was können wir dagegen unternehmen?

Systematische Angriffe auf die Kunstfreiheit sind ein Novum. Bislang galt Kunstfreiheit parteiübergreifend als schützenswertes Gut, schließlich war die kritische Auseinandersetzung mit Volksvertreter*innen und Repräsentant*innen nach der Zeit des Nationalsozialismus selbstverständlich im Kunst- und Kulturbetrieb. An diesem Konsens rüttelt nun die sogenannte „neue“ Rechte und ihr parlamentarischer Arm, die AfD. Die „neue“ Rechte will die „Entsiffung des Kulturbetriebs in Angriff nehmen“, wie Marc Jongen, „Chefideologe“ der AfD und kulturpolitische Sprecher der Fraktion, 2018 ganz unverblümt twitterte.

Wie in beinahe allen politischen und vor-politischen Bereichen inszenieren sich die „neuen“ Rechten gerne als Opfer irgendwelcher herbei schwadronierter Eliten, wenn es nicht nach ihrem Willen geht. So eben auch im Kulturbereich. Besonders gegenüber Einrichtungen, Projekten, Werken und Kulturschaffenden, die sich kritisch mit den „neuen“ Rechten auseinandersetzen oder eine klare Haltung gegenüber der AfD einnehmen. Hier geben sie sich als angebliche Opfer des „elitären Linksliberalismus“ oder gar Linksextremismus aus und fordern sogleich „Neutralität“ im Kulturbereich ein. Was die Rechtspopulist*innen hier jedoch mit „Neutralität“ meinen, ist nichts anderes, als Kulturinstitutionen von unliebsamen Ideen zu reinigen.

Quelle: Kira Ayyadi, "Kulturkampf von rechts: Die Entsiffung der Kulturbetriebs", beltower news
Kira Ayyadi, 1988 in Osnabrück geboren, studierte zunächst Politikwissenschaften in Halle an der Saale und im Anschluss Philosophie in München. Seit 2017 arbeitet sie in der Redaktion von Belltower.News, der online Plattform der Amadeu Antonio Stiftung. Dort schreibt sie über Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und anderen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie über Strategien in den unterschiedlichen rechten Szenen. Dazu beobachtet sie die Entwicklungen verschiedener extrem rechter und antisemitischer Strömungen, sowohl online wie offline.
Kaptured by Khristine

Ausschlussklausel:
Dass menschenfeindliche Positionen als legitim diskutierbar erscheinen, ist Methode und Ziel von Neuer Rechten und AfD. Es geht ihnen um die Erweiterung der „Kampfzone“. Sie arbeiten mit Hetze und Häme gegen Minderheiten, sie verbreiten bedenkenlos Fake News um Stimmung zu machen und paktieren immer offener mit originären Rechtsextremisten. Solche Akteure sind für uns keine Diskussionspartner!
Deswegen: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen, und Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Dazu gehören insbesondere Personen, die Kontakte zur rechtsextremen „Identitären Bewegung“ pflegen.